FFF-003: Ölwechsel selbst gemacht – und plötzlich waren über 200 Euro übrig
Vor ein paar Tagen war es mal wieder so weit.
Ölwechsel.
Die einfachste Lösung wäre gewesen, einen Termin in der Werkstatt zu vereinbaren, den Autoschlüssel abzugeben und ein paar Stunden später eine Rechnung zu bezahlen, bei der man sich kurz fragt, ob das Motoröl inzwischen mit Gold veredelt wird. Je nach Fahrzeug sind heute schnell 300 Euro oder mehr fällig. Ich habe mich diesmal für Plan B entschieden. Garage auf. Musik an. Ärmel hoch.
Die Rechnung ist überraschend einfach
Für das Motoröl habe ich rund 80 Euro bezahlt.
Der Ölfilter lag bei etwa 10 Euro.
Macht zusammen ungefähr 90 Euro.
Selbst wenn man noch ein paar Kleinigkeiten hinzurechnet, bleibt unterm Strich eine Ersparnis von deutlich über 200 Euro. Des Altöl lässt sich kostenfrei beim nächsten Recyclinghof abgeben.
Nicht schlecht für eine gute Stunde Arbeit.
„Aber das Werkzeug kostet doch auch Geld!“
Das stimmt. Wer noch nichts besitzt, muss zunächst investieren.
Zum Beispiel:
| Werkzeug | Ca. Preis |
|---|---|
| Wagenheber | 150 € |
| Drehmomentschlüssel | 80 € |
| Werkzeugkasten mit Nüssen | 60 € |
| Ölfilterschlüssel | 15 € |
| Auffangwanne | 15 € |
Insgesamt also rund 320 Euro. Auf den ersten Blick klingt das viel. Auf den zweiten Blick relativiert sich die Rechnung. Denn Werkzeug kauft man nicht für einen Ölwechsel. Man kauft es für die nächsten zehn oder zwanzig.
Und oft auch für viele andere Arbeiten am Auto.
Die Rechnung, die kaum jemand macht
Viele sagen:
„Selber machen kostet Zeit.“
Kann sein.
Schauen wir uns den Werkstattbesuch einmal an.
Termin vereinbaren.
Auto hinbringen.
Mit Bus oder Bahn wieder nach Hause oder zur Arbeit.
Nach Feierabend noch einmal los.
Auto abholen.
Wieder nach Hause fahren.
Je nach Werkstatt und Entfernung sind so schnell zwei Stunden weg. Und in dieser Zeit habe ich… nun ja… hauptsächlich auf Busse gewartet. Mein eigener Ölwechsel hat ungefähr eine Stunde gedauert.
Zugegeben. Die ersten fünf Minuten bestanden darin, den passenden Schlüssel zu suchen, obwohl ich mir ganz sicher war, dass ich ihn genau dort hingelegt hatte.
Die eigentliche Rendite
Natürlich könnte man jetzt ausrechnen, nach wie vielen Ölwechseln sich das Werkzeug bezahlt gemacht hat.
Kann man machen. Muss man aber nicht.
Denn die eigentliche Rendite besteht aus etwas anderem. Ich weiß jetzt noch besser, wie mein Auto aufgebaut ist.
Ich habe eine neue Erfahrung gesammelt. Und ich bin beim nächsten Mal nicht mehr darauf angewiesen, dass irgendwo kurzfristig ein Werkstatttermin frei ist.
Das fühlt sich ehrlich gesagt besser an als die gesparten Euro. UND: mir macht das auch noch Spaß.
Muss man jetzt alles selbst machen?
Natürlich nicht.
Ich werde auch künftig Arbeiten an Profis abgeben.
Es gibt Reparaturen, bei denen Erfahrung, Spezialwerkzeug oder einfach eine Hebebühne Gold wert sind.
Aber genau das ist der Punkt.
Es geht nicht darum, alles selbst zu machen. Es geht darum, immer mehr Dinge selbst machen zu können. Das ist ein Unterschied.
Mein Fazit
Unterm Strich habe ich über 200 Euro gespart.
Noch wichtiger ist aber etwas anderes. Ich habe den Ölwechsel dann gemacht, als es in meinen Tag gepasst hat. Ich musste keinen Termin koordinieren, keine Busverbindung erwischen und ich weiß jetzt ein kleines Stück mehr über mein eigenes Auto. Vielleicht ist genau das die eigentliche Freiheit.
Nicht alles selbst zu machen, sondern selbst entscheiden zu können, was man selbst machen möchte.
– Mr. Freeman
Freeman’s Gedanke:
Werkzeug ist selten eine Ausgabe.
Meistens ist es die Eintrittskarte zu einer neuen Fähigkeit.



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