FFF-004: Mein Depot, meine Freiheitspyramide und warum 2010 mein Leben verändert hat
2010 – Der Anfang von allem
Wenn mich heute jemand fragt, wann ich angefangen habe zu investieren, lautet die Antwort: 2010.
Ein Jahr, das für mich gleich aus zwei Gründen wichtig war. 2010 habe ich mich selbstständig gemacht und 2010 habe ich mein erstes Geld an der Börse investiert.
Rückblickend finde ich das fast schon passend. Denn beides hatte dasselbe Ziel: Nicht möglichst schnell reich zu werden. Sondern mir Schritt für Schritt mehr Freiheit aufzubauen.
Die ersten Investments
Wenn ich ehrlich bin, war ich am Anfang ziemlich vorsichtig. Jeder Euro, den ich investiert habe, fühlte sich irgendwie riskant an. Was, wenn die Kurse fallen? Was, wenn ich genau am Höchststand kaufe? Was, wenn ich alles falsch mache?
Heute muss ich ein bisschen über mein damaliges Ich schmunzeln. Nicht, weil diese Gedanken unbegründet waren, sondern weil vermutlich fast jeder Anleger genau so anfängt.
Also investierte ich zunächst kleine Beträge. Nicht spektakulär, aber regelmäßig.
Und genau das war wahrscheinlich die beste Entscheidung überhaupt.
Selbstständigkeit und Börse haben überraschend viel gemeinsam
Als Selbstständiger gibt es keine Garantie. Nicht für den nächsten Auftrag, nicht für den Umsatz. Und genau genommen auch nicht als Angestellter – der feste Job kann morgen obsolet werden, und die Kündigung ist schnell geschrieben.
Genauso wenig gibt es an der Börse Garantien. Es gibt gute und schlechte Jahre. Phasen, in denen alles scheinbar mühelos läuft. Und Momente, in denen man sich fragt, warum man sich das eigentlich antut.
Beides hat mir eine wichtige Lektion beigebracht:
Langfristiger Erfolg entsteht selten über Nacht. Er entsteht durch viele kleine Entscheidungen, die man immer wieder trifft.
Vom Zögern zum Vertrauen
Mit den Jahren ist mein Depot gewachsen – und mit ihm auch mein Vertrauen.
Nicht, weil plötzlich jede Entscheidung richtig gewesen wäre. Ganz im Gegenteil: Ich habe Aktien gekauft, die sich hervorragend entwickelt haben. Und ich habe Aktien gekauft, bei denen ich im Nachhinein lieber etwas genauer hingeschaut hätte. Das gehört dazu.
Von Anfang an bestand mein Depot aus einer Mischung aus ETFs und Einzelaktien. Die ETFs bildeten das stabile Fundament. Mit den Einzelaktien wollte ich Unternehmen im Depot haben, von denen ich langfristig überzeugt war. Nicht jede Entscheidung war ein Volltreffer, aber genau das gehört zum Investieren dazu.
Rückblickend würde ich trotzdem wieder genauso anfangen. Ich bin mittlerweile fast vollständig investiert – nicht, weil ich mutiger geworden bin, sondern weil ich verstanden habe: Mein größtes Risiko sind nicht kurzfristig fallende Kurse. Mein größtes Risiko wäre gewesen, über viele Jahre gar nicht investiert zu sein.
Die Freiheitspyramide
Irgendwann habe ich gemerkt, dass es beim Vermögensaufbau für mich nie nur um Geld ging. Es ging immer um Freiheit.
Deshalb habe ich für mich ein einfaches Modell entwickelt – meine persönliche Freiheitspyramide.
Stufe 1 – Finanzielle Abhängigkeit Man ist auf andere angewiesen oder hat mehr Schulden als Vermögen. Von hier möchte vermutlich jeder möglichst schnell weg.
Stufe 2 – Solvenz Die Rechnungen werden bezahlt. Am Monatsende bleibt vielleicht etwas übrig, aber Vermögen entsteht noch nicht wirklich.
Stufe 3 – Schuldenfreiheit Konsumkredite gehören der Vergangenheit an. Das Geld arbeitet nicht länger gegen dich, sondern langsam für dich.
Stufe 4 – Finanzielle Stabilität Der Notgroschen ist aufgebaut. Die Waschmaschine darf kaputtgehen, das Auto ebenfalls. Es ist ärgerlich, aber es bringt einen nicht mehr ins Schwitzen. Ich glaube, diese Stufe wird oft unterschätzt – sie sorgt für etwas, das man nicht kaufen kann: Ruhe.
Stufe 5 – Finanzielle Sicherheit Hier beginnt für mich der spannende Teil. Die ersten Dividenden kommen, vielleicht Zinsen, vielleicht andere Einnahmen. Noch bezahlt das Vermögen nicht das ganze Leben, aber es übernimmt langsam einen Teil davon. Und genau hier würde ich mich heute einordnen.
Ich bin noch nicht finanziell frei, aber deutlich freier als noch vor fünfzehn Jahren. Dieses Gefühl gefällt mir ehrlich gesagt besser als jede Prozentzahl im Depot.
Stufe 6 – Finanzielle Freiheit Der Punkt, an dem Arbeit eine Entscheidung wird, nicht mehr eine Notwendigkeit. Ob ich diese Stufe irgendwann erreiche? Ich bin mir sicher, dass es klappen wird.
Stufe 7 – Finanzieller Überfluss Natürlich mag ich schöne Dinge – ein gutes Werkzeug, ein schönes Auto, eine Reise. Aber irgendwann wird aus „mehr“ einfach nur noch „mehr“. Mein persönliches Ziel liegt deshalb gar nicht an der Spitze der Pyramide, sondern eine Etage darunter: bei der Freiheit.
Wo ich heute stehe
Wenn ich heute auf mein Depot schaue, sehe ich keine Zahl. Ich sehe fünfzehn Jahre. Ich sehe Sparpläne, mehrere Börsencrashs, viele gute Entscheidungen und ein paar schlechte.
Ich sehe Geduld. Und ich sehe, dass mein Geld langsam beginnt, für mich zu arbeiten.
Das fühlt sich nicht spektakulär an, aber unglaublich beruhigend.
Wenn ich meinem jüngeren Ich einen Rat geben dürfte …
… dann wäre es wahrscheinlich nur dieser:
Du musst nicht perfekt investieren. Du musst auch nicht den Markt schlagen. Du musst einfach nur anfangen – und dann lange genug dabeibleiben. Alles andere regelt erstaunlich oft die Zeit.
In einem der nächsten Beiträge gehe ich einen Schritt tiefer und zeige euch, wie mein Depot heute konkret aussieht – mit welchen ETFs und Einzelaktien ich mir über die Jahre mein Fundament aufgebaut habe.
– Mr. Freeman
Freeman’s Gedanke:
Ich investiere nicht, um möglichst reich zu werden.
Ich investiere, damit Geld mir irgendwann mehr Möglichkeiten schenkt als Sorgen.




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