FFF-010: Mein teuerstes Laster – und warum ich endlich damit aufhören möchte
Jeder hat vermutlich irgendein Laster. Der eine bestellt ständig Essen. Der nächste kauft Dinge, die er eigentlich gar nicht braucht. Andere verzocken Geld beim Glücksspiel.
Und ich? Ich rauche. Nicht gelegentlich, sondern meistens ziemlich viel – teilweise zwei Schachteln am Tag. Während ich diesen Artikel schreibe, halte ich tatsächlich wieder eine brennende Zigarette in der Hand. Ironischer könnte es kaum sein.
Früher war es Genuss. Heute ist es oft nur noch Gewohnheit.
Das Verrückte ist: Früher habe ich wirklich gerne geraucht. Es gehörte irgendwie dazu – zum Kaffee, zum Feierabend, zu guten Gesprächen.
Heute fühlt sich das ganz anders an. Die Zigaretten schmecken längst nicht mehr so gut wie früher. Oft zünde ich mir eine an, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Nicht aus Genuss, sondern aus Gewohnheit.
Und genau das macht schlechte Angewohnheiten so tückisch. Sie schleichen sich langsam ein. Und irgendwann fragt man sich: Warum mache ich das eigentlich noch?
Der Auslöser
In den letzten Wochen wurde wieder darüber diskutiert, die Tabaksteuer weiter anzuheben. Natürlich wird das offiziell mit gesundheitspolitischen Zielen begründet. Ganz nebenbei freut sich aber auch der Staat über höhere Steuereinnahmen.
Und genau das war für mich der Anlass, einmal den Taschenrechner herauszuholen. Denn wenn ich eines gelernt habe, dann das: Bevor ich mich über etwas ärgere, rechne ich erst einmal nach.
Was kostet mich das Rauchen eigentlich?
Eine Schachtel Zigaretten kostet aktuell rund 9,40 Euro. Ich rauche im Schnitt ungefähr zwei Schachteln pro Tag. Das bedeutet:
| Zeitraum | Kosten |
|---|---|
| Pro Tag | 18,80 € |
| Pro Woche | 131,60 € |
| Pro Monat | 564,00 € |
| Pro Jahr | 6.862,00 € |
Fast 7.000 Euro im Jahr. Allein diese Zahl hat mich kurz schlucken lassen. Denn ehrlich gesagt hätte ich den Betrag deutlich niedriger geschätzt.
Und jetzt kommt der eigentlich verrückte Teil
Nehmen wir einmal an, ich würde diese 564 Euro jeden Monat nicht verqualmen, sondern stattdessen regelmäßig in einen weltweit gestreuten ETF investieren. Natürlich weiß niemand, welche Rendite die Börse künftig erzielt. Aber rechnen wir einmal beispielhaft mit einer durchschnittlichen Rendite von 10 % pro Jahr. Dann ergibt sich ungefähr folgendes Bild:
| Sparzeit | Depotwert* |
|---|---|
| Nach 10 Jahren | ca. 116.000 € |
| Nach 20 Jahren | ca. 408.000 € |
Modellrechnung ohne Garantie für die tatsächliche Entwicklung.
Über 400.000 Euro. Nur weil ich aufgehört hätte, Geld in Rauch aufzulösen. Wenn man diese Zahl schwarz auf weiß sieht, wirkt jede Zigarette plötzlich ein kleines bisschen teurer.
Geld ist aber längst nicht alles
Eigentlich geht es gar nicht nur um die 564 Euro. Rauchen kostet noch viel mehr: die Gesundheit, die Kondition, die Atemluft, die Energie, die Leistungsfähigkeit.
Und wenn man – so wie ich – auch mal in den eigenen vier Wänden raucht, kommt noch etwas dazu. Möbel, Vorhänge, Tapeten, die teure Elektronik – alles nimmt irgendwann diesen typischen Geruch an. Dazu kommt dieser gelbliche, klebrige Film, der sich langsam überall festsetzt. Irgendwann bekommt man den Mief kaum noch aus der Wohnung. Manche Möbel landen deshalb irgendwann direkt auf dem Sperrmüll. Auch das kostet Geld.
Ehrlichkeit gehört dazu
Ich könnte diesen Artikel jetzt mit den Worten beenden: „Ab heute höre ich auf.“ Das wäre eine schöne Geschichte. Aber sie wäre nicht ehrlich.
Während ich diese Zeilen geschrieben habe, habe ich mehrere Zigaretten geraucht. So ist das eben. Schlechte Gewohnheiten verschwinden selten über Nacht. Aber vielleicht beginnt Veränderung genau mit diesem Moment – mit der Erkenntnis, dass etwas keinen echten Mehrwert mehr bringt.
Vielleicht hast du ein ganz anderes Laster
Vielleicht rauchst du gar nicht. Vielleicht ist dein Geldfresser etwas völlig anderes: der tägliche Coffee-to-go, ständige Online-Bestellungen, Fast Food, Energydrinks, Glücksspiel – oder irgendeine andere Gewohnheit, die Monat für Monat Geld verschlingt.
Die entscheidende Frage ist eigentlich immer dieselbe: Macht mich diese Ausgabe wirklich glücklicher? Oder ist sie längst nur noch eine Gewohnheit geworden?
Du kannst das individuell für dich mit diesem Sparrechner berechnen.
Mein persönlicher Antrieb
Natürlich ist da die Gesundheit. Natürlich ist da das Geld. Und natürlich wäre ein ETF mit 564 Euro Sparrate vermutlich sinnvoller als zwei Schachteln Zigaretten am Tag.
Aber noch etwas motiviert mich: Mit jeder Steuererhöhung verdient der Staat an meinem Laster noch ein bisschen mehr. Und genau darauf habe ich ehrlich gesagt immer weniger Lust. Nicht aus Trotz, sondern weil ich mein hart verdientes Geld lieber für meine eigene Zukunft arbeiten lassen möchte, als es in wenigen Minuten zu verbrennen – und dabei einen inkompetenten und frechen Finanzminister zu beschenken.
Wenn ich schon jeden Monat über 500 Euro ausgebe, dann künftig lieber für Vermögensaufbau als für Asche.
Mein Fazit
Ich weiß nicht, ob ich morgen komplett rauchfrei bin. Vielleicht klappt es. Vielleicht brauche ich mehrere Anläufe.
Aber ich weiß heute schon eines: Jede Zigarette, die ich nicht rauche, ist ein kleiner Gewinn – für meine Gesundheit, für meinen Geldbeutel und für meine Freiheit.
Denn Freiheit bedeutet nicht nur, mehr Geld zu verdienen. Manchmal bedeutet Freiheit auch, sich von Gewohnheiten zu lösen, die einem jeden Tag ein kleines Stück davon nehmen.
– Mr. Freeman
Freeman’s Gedanke:
Manche Menschen investieren jeden Monat 500 Euro in ihre Zukunft.
Ich habe sie bisher angezündet.
Es wird Zeit, das zu ändern und den Scheiß sein zu lassen.




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