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FFF-012: Über Konsum, Status und echte Freiheit – eine Lektion vor dem Schaufenster

Über Konsum, Status und echte Freiheit – eine Lektion vor dem Schaufenster

Neulich war ich in Hamburg unterwegs. Genauer gesagt am Neuen Wall – einer der exklusivsten Einkaufsstraßen Deutschlands. Links Louis Vuitton, rechts Hermès, dazwischen Cartier, Rolex und viele weitere Luxusmarken.

An diesem Tag hatte ich gerade ein Projekt erfolgreich abgeschlossen, das mich lange beschäftigt hatte. Es war einer dieser Momente, in denen man sich denkt: „Heute hast du dir eigentlich mal eine Belohnung verdient.“

Also blieb ich vor einem Juwelier stehen. Im Schaufenster lag eine Rolex. Preis: ungefähr 14.500 Euro. Ich stand davor und dachte tatsächlich: „Komm, jetzt kauf sie dir endlich.“

Ein paar Minuten später ging ich weiter. Ohne Rolex. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass genau das die bessere Entscheidung war – eine, die für mich am Ende für Freiheit statt Status stand.

Brauche ich diese Uhr wirklich?

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe mechanische Uhren. Mich fasziniert die Technik, die Präzision und die Handwerkskunst, die in ihnen steckt.

Ich besitze selbst bereits eine hochwertige mechanische Uhr, die ich sehr gerne trage. Sie hat allerdings nicht einmal halb so viel gekostet wie die Rolex im Schaufenster – und trotzdem schaue ich jeden Tag gerne auf ihr Zifferblatt.

Die eigentliche Frage war also gar nicht: „Ist die Rolex schön?“ Natürlich ist sie das. Die viel wichtigere Frage lautete: „Brauche ich sie wirklich?“

Die ehrliche Antwort war: Nein. Und damit war die Entscheidung eigentlich schon gefallen.

Luxus endet nicht beim Kaufpreis

Was viele außerdem vergessen: Mit dem Kauf einer Luxusuhr ist es längst nicht getan. Mechanische Uhren sollten regelmäßig zur Revision. Je nach Hersteller und Modell kann diese Wartung schnell mehrere hundert oder sogar über tausend Euro kosten.

Dazu kommen Versicherungen, das Risiko eines Diebstahls und natürlich der Gedanke, mit einer Uhr im Wert eines Kleinwagens durch die Innenstadt zu laufen. Eine Luxusuhr kostet also nicht nur beim Kauf Geld – sie möchte auch langfristig gepflegt werden.

Ein Satz, der mir seit Jahren im Kopf geblieben ist

Während ich weiter durch Hamburg lief, musste ich an einen Satz denken, den ich irgendwann einmal gelesen habe:

„Warum kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht einmal mögen?“

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Wahrheit steckt für mich darin. Natürlich gilt dieser Satz nicht immer – es gibt Menschen, die sich einen lang gehegten Traum erfüllen und hart dafür gearbeitet haben. Daran ist überhaupt nichts falsch.

Aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, steckt hinter vielen Käufen eben doch etwas anderes: Langeweile, der Wunsch nach Belohnung, das Bedürfnis, erfolgreich zu wirken, oder einfach die Hoffnung, dass uns ein neuer Gegenstand glücklicher macht.

Das Problem ist nur: Dieses Gefühl hält oft erstaunlich kurz an. Nach ein paar Tagen ist die neue Uhr einfach wieder eine Uhr. Das neue Smartphone einfach wieder ein Smartphone. Der neue Fernseher einfach wieder ein Fernseher. Das Geld hingegen ist dauerhaft verschwunden.

Status oder Freiheit?

Ich glaube, viele Menschen verwechseln Wohlstand mit Status. Dabei sind das zwei völlig unterschiedliche Dinge. Status zeigt anderen, was du besitzt. Freiheit bestimmt, wie du leben kannst.

Eine Rolex beeindruckt vielleicht andere Menschen. Ein großes ETF-Depot dagegen sieht niemand. Eine vermietete Eigentumswohnung ebenfalls nicht. Oder ein Aktiendepot, das jedes Jahr Dividenden ausschüttet.

Diese Dinge erzeugen selten Bewunderung. Sie erzeugen etwas viel Wertvolleres: Freiheit. Sie kaufen dir Zeit. Sie schaffen Sicherheit. Sie geben dir Möglichkeiten. Und genau das ist für mich echter Wohlstand.

Damit meine ich nicht, dass jede größere Anschaffung automatisch sinnlos ist. Ein schönes Hobby, eine gute Musikanlage, wenn man wirklich gerne Musik hört – solche Dinge bieten einen echten Mehrwert, weil sie einen dauerhaft begleiten und einem etwas zurückgeben. Im Endeffekt geht es mir eher um das, was ich später noch Luxus-Plunder nenne: Dinge, die genau diesen Mehrwert eben nicht bieten und vor allem eines sollen – zeigen, was man sich leisten kann.

Und genau da wird es interessant. Denn viele Menschen, die auffällig zeigen, was sie besitzen, sind gut und gerne bis zum Hals verschuldet. Dahinter steckt oft weniger echter Wohlstand als vielmehr ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis.

Die Opportunitätskosten

14.500 Euro sind eine Menge Geld. Natürlich kann jeder mit seinem Geld machen, was er möchte. Aber ich frage mich bei solchen Beträgen immer: Was könnte dieses Geld stattdessen für mich tun?

Zum Beispiel könnte es die Anzahlung für eine kleine vermietete Eigentumswohnung sein, mein ETF-Depot deutlich vergrößern, in hochwertige Einzelaktien investiert werden, oder über viele Jahre passives Einkommen erwirtschaften.

Eine Uhr zeigt mir die Zeit. Ein Investment kann mir irgendwann Zeit schenken. Und genau das ist für mich der entscheidende Unterschied.

Erst Freiheit. Dann darf’s auch mal teuer sein.

Ich bin übrigens überhaupt nicht dagegen, sich hin und wieder etwas Teures zu gönnen. Ganz im Gegenteil. Wenn jemand finanziell frei ist, ein solides Vermögen aufgebaut hat, keine unnötigen Schulden besitzt und sich dann den Traum einer Rolex erfüllt: Warum denn nicht? Jeder soll sein Geld so ausgeben, wie er möchte.

Nur würde ich es dann ehrlicherweise trotzdem nicht Luxus nennen. Für mich gibt es eigentlich nur einen echten Luxus: Freiheit. Alles andere ist einfach nur ein schönes Ding – mal mehr, mal weniger sinnvoll, aber eben kein Luxus im eigentlichen Sinn. Ohne diese Freiheit ist es für mich ohnehin nur Luxus-Plunder.

Für mich persönlich kommt so ein Gönnen deshalb erst nach dem Vermögensaufbau, nicht vorher. Solange mein Geld noch für mich arbeiten kann, sehe ich darin den größeren Mehrwert.

Würde ich sie kaufen, wenn niemand sie sehen würde?

Seit einiger Zeit stelle ich mir vor größeren Anschaffungen immer dieselbe Frage: Würde ich mir das auch kaufen, wenn ich der einzige Mensch auf diesem Planeten wäre? Keine Nachbarn, keine Kollegen, keine Freunde, kein Instagram – niemand, den ich beeindrucken könnte. Nur ich.

Wenn die Antwort trotzdem Ja lautet, dann spricht vieles dafür, dass ich diesen Gegenstand wirklich haben möchte. Wenn die Antwort Nein lautet, kaufe ich vermutlich gar nicht das Produkt, sondern ein Gefühl.

Investiere zuerst in dich selbst

Ich glaube, viele Menschen investieren viel Geld in Dinge. Dabei wäre es manchmal deutlich wertvoller, nicht Geld in Dinge, sondern sich selbst zu investieren: in die eigene Gesundheit, in Bildung, in neue Fähigkeiten oder einfach in die eigene Gelassenheit.

Es schadet nicht, sich im Laufe des Lebens eine gewisse „Leck-mich-am-Arsch-Mentalität“ anzueignen. Nicht im Sinne von Gleichgültigkeit, sondern im Sinne von: Ich muss niemandem etwas beweisen.

Denn sobald man aufhört, ständig andere beeindrucken zu wollen, werden erstaunlich viele Dinge plötzlich völlig unwichtig.

Mein Fazit

Ich bin an diesem Tag ohne Rolex nach Hause gefahren. Und wisst ihr was? Ich habe sie bis heute nicht vermisst. Nicht, weil ich sie mir grundsätzlich nicht leisten könnte, sondern weil ich inzwischen etwas anderes spannender finde: ein wachsendes Depot, Investitionen, die für mich arbeiten, und die Aussicht, irgendwann Zeit kaufen zu können, statt nur Dinge.

Vielleicht kaufe ich mir irgendwann doch noch eine Rolex. Aber wenn dieser Tag kommt, dann nicht, weil ich jemandem beweisen möchte, dass ich erfolgreich bin, sondern weil ich sie wirklich haben möchte – und weil sie finanziell keine Rolle mehr spielt.

Bis dahin investiere ich lieber in das Einzige, was mir langfristig wichtiger erscheint: Freiheit. Mehr zu den Prinzipien, die mich dabei leiten, findest du in meinen elf Prinzipien.

– Mr. Freeman

Freeman’s Gedanke:

Jeder größere Kauf ist eine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten.

Du kannst Geld für Dinge ausgeben, die anderen zeigen, wie erfolgreich du bist.

Oder du investierst es in Vermögenswerte, die dir eines Tages echte Freiheit schenken.

Deshalb stelle ich mir heute vor jeder größeren Anschaffung nur noch eine einzige Frage:

Kauft das gerade mein Ego – oder meine Zukunft?

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