freemansfreedomfiles.de
  • Home
  • Blog
  • Rules
  • About
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
  • Link zu Instagram Link zu Instagram Link zu Instagram
  • Link zu Rss Link zu Rss Link zu Rss

FFF-014: D-Wave Quantum – Die nächste große Wette auf die Zukunft?

D-Wave Quantum Aktie

Es gibt Aktien, bei denen ich sofort weiß, warum ich sie interessant finde. Und dann gibt es Aktien, bei denen ich mir denke: „Das könnte entweder richtig groß werden – oder komplett in die Hose gehen.“

Die D-Wave Quantum Aktie gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Sie trägt die WKN A3DSV9 und wird in den USA unter dem Kürzel QBTS gehandelt.

Was macht das Unternehmen? Kurz gesagt: Quantencomputing. Und genau das macht die Sache so spannend. Denn wenn Quantencomputer irgendwann einen echten wirtschaftlichen Durchbruch schaffen, könnte daraus ein gigantischer Markt entstehen. Aber: Ob D-Wave am Ende zu den Gewinnern gehört, weiß heute niemand. Und genau deshalb ist das hier keine langweilige Value-Aktie. Das ist eine Zukunftswette.

Was ist eigentlich Quantencomputing?

Bevor wir über die Aktie sprechen, müssen wir kurz klären, worum es überhaupt geht.

Ein klassischer Computer arbeitet mit Bits: 0 oder 1. Quantencomputer funktionieren grundlegend anders und nutzen sogenannte Qubits. Dadurch können bestimmte mathematische und Optimierungsprobleme auf eine völlig andere Art bearbeitet werden.

Das bedeutet nicht, dass ein Quantencomputer einfach ein „viel schnellerer PC“ ist. Das wäre zu einfach. Vielmehr geht es darum, Probleme zu lösen, bei denen klassische Computer an ihre Grenzen kommen können. Und genau hier wird es interessant, denn es gibt eine ganze Reihe von Problemen in der realen Welt, die unglaublich komplex sind: Routenoptimierung, Logistik, Produktionsplanung, Materialwissenschaft, Finanzmodelle, Molekülsimulationen, Medikamentenentwicklung und vieles mehr.

Wenn Quantencomputer bei solchen Problemen tatsächlich einen relevanten Vorteil gegenüber klassischen Computern erreichen, könnte das wirtschaftlich enorm wertvoll werden.

Und genau hier kommt D-Wave ins Spiel

D-Wave ist kein Unternehmen, das gerade erst anfängt, über Quantencomputer nachzudenken. Das Unternehmen beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Technologie und gehört zu den bekanntesten kommerziellen Anbietern im Bereich Quantum Computing.

D-Wave hat sich zunächst vor allem auf Quantum Annealing konzentriert, insbesondere für Optimierungsprobleme. Das ist wichtig, weil D-Wave damit einen etwas anderen Weg geht als Unternehmen wie IBM, Google oder IonQ, die stark auf sogenannte Gate-Model-Quantencomputer setzen. D-Wave versucht also nicht nur, irgendwann einen Quantencomputer zu bauen. Das Unternehmen möchte Quantencomputing bereits heute für reale Anwendungen nutzbar machen. Und genau das finde ich interessant.

Quantencomputing ist kein Science-Fiction-Thema mehr

Natürlich steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen. Aber sie ist längst nicht mehr nur ein Forschungsprojekt irgendeines Universitätslabors. D-Wave verkauft Systeme und bietet Quantencomputing auch als Dienstleistung über die Cloud an.

Das Unternehmen meldete für 2025 einen Umsatz von 24,6 Mio. US-Dollar – immerhin 179 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig blieb D-Wave deutlich unprofitabel. Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte: 24,6 Millionen Dollar Umsatz sind für ein Unternehmen mit einer Milliardenbewertung natürlich nicht besonders viel. Das zeigt ziemlich deutlich: Der Markt bewertet hier vor allem die Zukunft. Nicht die aktuellen Gewinne.

Die Zukunft wird bereits bezahlt

Interessant finde ich deshalb weniger den heutigen Umsatz als die Entwicklung der sogenannten Bookings.

D-Wave konnte 2025 Bookings von 18,7 Mio. US-Dollar verbuchen. Anfang 2026 kamen dann unter anderem ein 20-Mio.-Dollar-Systemverkauf an die Florida Atlantic University und ein zweijähriger 10-Mio.-Dollar-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen hinzu. Bereits Ende Februar 2026 lagen die Bookings im laufenden Jahr laut Unternehmen bei über 32,8 Mio. US-Dollar.

Auch im zweiten Quartal 2026 blieb die Entwicklung bei den Bookings sehr dynamisch: Für das erste Halbjahr wurden 35,5 Mio. US-Dollar gemeldet – mehr als elfmal so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Quartalsumsatz selbst lag allerdings nur bei rund 3,1 Mio. US-Dollar.

Das ist für mich ein ziemlich gutes Beispiel dafür, wie man D-Wave betrachten muss: Die Erwartungen sind riesig. Die aktuellen Geschäfte sind es noch nicht.

Und jetzt wird es richtig interessant

D-Wave hat sich inzwischen nicht mehr ausschließlich auf Quantum Annealing festgelegt. Mit der Übernahme von Quantum Circuits erweitert das Unternehmen seine Technologieplattform um Gate-Model-Quantencomputing. D-Wave bezeichnet sich deshalb inzwischen als Anbieter einer dualen Plattform aus Annealing- und Gate-Model-Systemen.

Das finde ich strategisch interessant. Denn wenn sich in den kommenden Jahren herausstellen sollte, dass eine bestimmte Quantencomputer-Technologie den großen Durchbruch schafft, wäre es natürlich von Vorteil, nicht nur auf eine einzige Architektur gesetzt zu haben. Ob diese Strategie aufgeht? Keine Ahnung. Aber sie erhöht zumindest die Möglichkeiten.

Was könnte passieren, wenn Quantencomputing wirklich funktioniert?

Hier liegt für mich die eigentliche Investmentstory. Stellen wir uns einmal vor, Quantencomputer schaffen in einigen Bereichen tatsächlich einen deutlichen Vorteil gegenüber klassischen Rechnern. Dann reden wir nicht über ein kleines Nischenprodukt. Dann könnte eine völlig neue Computerindustrie entstehen.

Unternehmen könnten Quantencomputer einsetzen, um komplexe Lieferketten zu optimieren, neue Medikamente zu entwickeln, Materialien zu simulieren, Produktionsprozesse zu verbessern, Finanzmodelle zu berechnen, Energieversorgung zu optimieren oder Verkehrsströme effizienter zu planen.

Und wenn dadurch Probleme gelöst werden können, die mit klassischen Computern zu langsam oder zu teuer wären, könnte der wirtschaftliche Nutzen enorm sein. Das ist der Jackpot, auf den ich bei dieser Aktie schaue.

Aber jetzt kommt das große „Aber“

Und davon gibt es bei D-Wave einige. Quantencomputing ist noch lange nicht ausentwickelt. Es ist keineswegs garantiert, dass D-Waves Technologie langfristig die richtige sein wird.

Vielleicht setzt sich Quantum Annealing nicht durch. Vielleicht gewinnt Gate-Model. Vielleicht entstehen völlig neue Ansätze. Vielleicht wird Quantencomputing zwar technisch funktionieren, aber wirtschaftlich nur in wenigen Spezialfällen sinnvoll sein. Und vielleicht dauert der kommerzielle Durchbruch noch zehn oder zwanzig Jahre. Das alles kann passieren.

Und dann wäre da noch die Konkurrenz

D-Wave ist natürlich nicht allein. IBM arbeitet an Quantencomputern, Google ebenfalls, dazu Microsoft, Amazon, IonQ, Rigetti und zahlreiche weitere Unternehmen und Forschungsgruppen weltweit. Teilweise verfügen diese Unternehmen über wesentlich größere finanzielle Ressourcen.

D-Wave muss sich also in einem technologischen Wettrennen behaupten, bei dem heute niemand weiß, wer am Ende gewinnen wird. Das macht die Aktie so spannend. Und gleichzeitig so riskant.

Die Bilanz ist zumindest kein völliger Albtraum

Ein Punkt, den ich bei einem Unternehmen dieser Risikoklasse durchaus positiv finde, ist die Liquidität. Zum Jahresende 2025 verfügte D-Wave über insgesamt rund 884,5 Mio. US-Dollar an Cash und marktfähigen Wertpapieren. Das verschafft dem Unternehmen zumindest einen erheblichen finanziellen Puffer, um weiter in Forschung, Entwicklung und Wachstum zu investieren.

Aber auch hier gilt: Viel Cash bedeutet nicht automatisch ein gutes Investment. Wenn das Unternehmen dauerhaft hohe Verluste macht und immer wieder neues Kapital benötigt, kann es zu Verwässerungen für Aktionäre kommen. Das sollte man bei einer solchen Aktie unbedingt im Hinterkopf behalten.

Für mich ist D-Wave keine klassische Buy-and-Hold-Aktie

Das klingt vielleicht zunächst widersprüchlich. Ich bin schließlich ein großer Fan von Buy and Hold. Aber Buy and Hold bedeutet für mich nicht: „Ich kaufe irgendwas und schaue 20 Jahre nicht mehr hin.“

Bei einem Unternehmen wie D-Wave würde ich regelmäßig überprüfen, ob die Investmentthese noch stimmt. Wächst das Geschäft? Kommen echte Kunden hinzu? Werden Quantencomputer tatsächlich kommerziell eingesetzt? Verbessert sich die Technologie? Entsteht ein messbarer Vorteil gegenüber klassischen Rechnern? Und vor allem: Verdient das Unternehmen irgendwann damit tatsächlich Geld?

Wenn die Antworten langfristig positiv ausfallen, könnte daraus etwas sehr Großes entstehen. Wenn nicht, kann die Aktie auch irgendwann nur noch eine interessante Geschichte aus der Frühphase des Quantencomputings sein.

Würde ich die D-Wave Quantum Aktie kaufen?

Interessant finde ich die Aktie definitiv. Ob ich sie als große Position kaufen würde? Ganz klar: Nein. Dafür ist das Risiko viel zu hoch.

Für mich wäre D-Wave eher eine kleine spekulative Beimischung zu einem ansonsten breit diversifizierten Depot – ein Betrag, bei dem ich auch einen sehr großen Verlust verkraften könnte. Denn genau das muss man sich bei dieser Aktie vor Augen führen: Ein Totalverlust ist zwar nicht zwingend wahrscheinlich, aber auch kein völlig abwegiges Szenario.

Auf der anderen Seite ist das Chancen-Risiko-Verhältnis aus meiner Sicht genau deshalb interessant. Wenn Quantencomputing tatsächlich einen wirtschaftlichen Durchbruch erlebt und D-Wave zu den Gewinnern gehört, könnte die heutige Bewertung im Rückblick vielleicht einmal lächerlich niedrig wirken. Oder eben viel zu hoch. Das ist das Spiel.

Mein Fazit

Ich finde Quantencomputing faszinierend. Noch faszinierender finde ich die Vorstellung, heute in ein Unternehmen zu investieren, das möglicherweise an einer Technologie arbeitet, die in zwanzig Jahren einen völlig anderen Stellenwert haben könnte.

D-Wave ist dabei für mich kein sicherer Hafen. Ganz im Gegenteil. Das ist eine Wette auf die Zukunft. Eine ziemlich riskante sogar. Aber genau solche Unternehmen finde ich spannend genug, um sie mir genauer anzusehen.

Bei Teradyne glaube ich an den langfristigen Trend Robotik. Bei D-Wave glaube ich an die Möglichkeit, dass Quantencomputing irgendwann ein riesiger Markt werden könnte. Ob D-Wave dann einer der Gewinner ist? Das wissen wir erst später. Aber vielleicht ist genau das der Reiz.

– Mr. Freeman

Freeman’s Gedanke:

Die Börse bezahlt nicht die Vergangenheit. Sie versucht, die Zukunft zu bewerten.

Bei D-Wave ist diese Zukunft allerdings noch ziemlich weit weg.

Genau deshalb kann hier unglaublich viel passieren.

Vielleicht wird Quantencomputing eine der wichtigsten Technologien der nächsten Jahrzehnte.

Vielleicht stellt sich in zehn Jahren heraus, dass wir die Möglichkeiten völlig überschätzt haben.

Und manchmal beginnt eine interessante Investition genau mit diesem Satz:

„Was wäre, wenn?“

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Search Search

Kategorien

  • Aktien
  • Artikelserie
  • Beruf
  • ETF sparen
  • etsy
  • Finanzen
  • Geld
  • Gesundheit
  • Investieren
  • Konsum
  • News
  • Persönliches
  • Selbstversuch
  • Skills
  • Sparen
© Copyright - Freeman’s Freedom Files
  • Impressum
  • Privacy Policy
Link to: FFF-013: Warum ich kaum noch ins Restaurant gehe – Wenn Essen gehen seinen Zauber verliert Link to: FFF-013: Warum ich kaum noch ins Restaurant gehe – Wenn Essen gehen seinen Zauber verliert FFF-013: Warum ich kaum noch ins Restaurant gehe – Wenn Essen gehen seinen...Warum ich kaum noch ins Restaurant gehe – Wenn Essen gehen seinen Zauber verliertLink to: FFF-015: Selbstversuch „Project Etsy“ – Teil 2 – Wie viel Arbeit steckt wirklich hinter einem Etsy-Shop? Link to: FFF-015: Selbstversuch „Project Etsy“ – Teil 2 – Wie viel Arbeit steckt wirklich hinter einem Etsy-Shop? Etsy-Selbstversuch (Teil 2) – Wie viel Arbeit steckt wirklich hinter einem Etsy-Shop?FFF-015: Selbstversuch „Project Etsy“ – Teil 2 – Wie viel Arbeit...
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen